Das Grundproblem
Stuttgart liegt seit Wochen im Mittelfeld, weil die Offensivkraft zu oft im Sog des Pressings erstickt wird. Kurz gesagt: Die Ballgewinne bleiben ungenutzt, das Spielfeld wird zur Schlagfläche statt zum Tresor. Und das kostet Punkte.
Warum das Pressing scheitert
Erstens: Zu wenig Antizipation. Die Trikotschnitte von Bülow und Kagawa starren nach vorn, doch die Köpfe bleiben starr im Verteidigerblock. Wer das Pressing führt, muss schneller lesen, wo die Lücke entsteht. Zweitens: Zu grobe Übergänge. Nach einem Ballgewinn fehlt das sofortige Umschalten auf die Flügel, das Gegenpressing wird zu einem Zickzack‑Lauf.
Die taktische Lücke
Man könnte sagen, Stuttgart spielt wie ein Mann im Sturmhintergrund – laut, aber ohne Richtung. Der Ball wird geknabbert, aber die Spieler laufen nicht zur Tiefe. Das Ergebnis: Das Pressing ist nur ein lautes Geräusch, kein tödlicher Zug. Und das schlägt sich in den Statistiken nieder: wenig Torchancen, kaum gefährliche Flanken.
Wie man Ballgewinne in echte Chancen verwandelt
Hier kommt der Deal: Sobald das Pressing den Ball zurückerobert, muss die zweite Reihe sofort in die Tiefe gleiten, um die Leerstelle hinter der Abwehr zu finden. Ein kurzer Pass nach rechts, ein schneller Lauf nach links – das ist der Motor. Und das Ganze darf nicht 10 Sekunden dauern, sondern höchstens 3. Wenn das nicht funktioniert, ist das Pressing nur ein weiteres Mittel zum Stillstand.
Praktische Umsetzung im Training
Auf dem Trainingsplatz sollte man ein 4‑gegen‑3‑Szenario aufbauen. Drei Angreifer starten, vier Verteidiger pressen, und sobald die Ballpresse gelingt, zwingt ein Coach den Ballbesitzer zu einem Pass in die Tiefe. Ohne das, bleibt das Pressing ein hohler Trend.
Der Schlüssel zum Durchbruch
Und hier ist, warum das Ganze so wichtig ist: Die Gegner von Stuttgart setzen immer öfter auf schnelle Konter. Wer das Pressing mit konsequenter, sofortiger Umstellung kombiniert, zerlegt diese Konter im Vorbeigehen. Also, kein Zögern mehr – sofortige Tiefe, sofortige Distanz, sofortige Gefahr.
Jetzt praktisch: Nächstes Training die 4‑gegen‑3‑Übung mit einem stimmigen Taktik‑Timer einbauen, und beim nächsten Spiel die ersten fünf Ballgewinne in die Tiefe schicken. Und das ist das Einzige, was Stuttgart jetzt braucht, um wieder Punkte zu sammeln.

